Galerie Thomas Fuchs

Justin Mortimer. Bruchlinien

June Hwajung. On my way to you

Bruchlinien
Justin Mortimer (geb. 1970 in Großbritannien) entwickelt seine Gemälde aus Kollisionen. Figuren, Objekte und Landschaftsfragmente treffen in Bildräumen aufeinander, die zugleich präzise inszeniert und eigentümlich instabil wirken. Ein Körper entzieht sich dem Blick, ein Gesicht ist verborgen, eine vertraute Umgebung wird durch ein irritierendes Element gestört. Auch die Farbe trägt zu dieser Spannung bei. Fließende Passagen lösen sich neben präzisen Details auf; transparente Schichten stehen neben dicht bearbeiteten Oberflächen. Häufig verschiebt Justin Mortimer die Farbigkeit leicht ins Unwirkliche – Himmel wirken schwefelig, Licht künstlich, helle Töne tragen eine fast toxische Schärfe. Diese Malerei ist durch ihre psychologische Aufladung gekennzeichnet.

On my way to you
Die malerische Praxis von June Hwajung (geb. 1991 in Südkorea) ist stark von seiner langjährigen Beschäftigung mit traditioneller koreanischer Kunst geprägt. In der „Garden“-Reihe erscheint der Garten als ein widersprüchlicher Raum, in dem Natur und menschliches Verlangen aufeinandertreffen. Obwohl er nach einer natürlichen Umgebung aussieht, wird der Garten durch kontinuierliche Akte der Auswahl, Platzierung, Pflege und Entfernung geprägt. Die zweite Werkserie in der Ausstellung, „Domestic Disorientation“, befasst sich mit dem Zustand, der entsteht, nachdem die Logik von Fürsorge und Kontrolle, die einst durch den Garten verkörpert wurde, in den häuslichen Innenraum übergeht.