Galerie Schlichtenmaier

Peter Sehringer

Peter Sehringer, der im vergangenen Mai gestorben ist, kam bei seinen oftmals großformatigen Tafel- und Acrylglasbilder ohne die üblichen Malwerkzeuge aus. Seine bereits früh entwickelte bildnerische Technik reicht weit über die traditionelle Malerei hinaus. Unter Verzicht auf Pinsel, Leinwand und Staffelei schuf der Grenzgänger Bildwerke, die aufgrund ihres gesteigert materialbetonten Farbauftrags zwischen malerischem und reliefiertem Ausdruck anzusiedeln sind. Als Vorlagen griff Sehringer auf Fotografien, Buch-Illustrationen, Blumen- und Stoffmuster zurück. Die ausgesuchten Motive projizierte er – meist stark vergrößert, teils übersteigert – auf Folien, die er anschließend als Schablonen einsetzte, um die Konturen auf den Bildträger zu übertragen. Er verwandte eine mit Marmormehl versetzte Inkrustationstechnik, die nach einem überlegten, schichtweisen Vorgehen verlangten. Ergänzend spritzte Sehringer pastose Zeichen auf, ritzte Ornamente in den Bildgrund oder schliff die Malschichten wieder ab. Sehringer knüpfte mit seinen Arbeiten an traditionelle Sujets wie das Stillleben, die Tier- und Landschaftsmalerei und das Figurenbild an, transportierte seine Motive aber in radikalisierter, konzentrierter Form in die reale Bildwelt und befragte sie so auf ihre Gültigkeit im Medienzeitalter des 21. Jahrhunderts, aus zugleich abstrakten und figurativen Blickwinkeln. Sein teils monumentaler Anspruch verleiht den Arbeiten eine großartige Magie, der man sich schwerlich entziehen kann.